Licht

Dunkelheit, Schnee, Kälte, aufziehender Nebel – ein tolles Gefühl, solange ich weiss, dass ich
mich bald ans Feuer setzen kann oder in eine warme Stube. Eine Kerze anzünden, innehalten, den Gedanken nachhängen. Draussen zuschauen, wie der Schnee im Schein einer Strassenlaterne fällt.
«Ihr seid das Licht der Welt»… so sagt es die Bibel. Wow, was für ein Anspruch, aber auch Zuspruch oder gar Zumutung. Jeder einzelne Mensch, wir alle je ein Licht in Gottes Augen, je ein Licht für andere Menschen. Licht brauchen wir zum Leben. Wir fühlen uns geborgen,
behütet. Meine betagte und demente Mutter schläft nicht ohne ein Licht, sie hat sonst Angst. So geht es auch vielen Kindern. Aber auch viele von uns sind an einem sonnigen Wintertag sofort fitter. Auch unsere Sprache gibt das wieder: Unsere Stimmung ist heiter. Wir strahlen Freude aus, und die Augen leuchten. In den vergangen Corona-Jahren fehlte uns im Dezember nicht der Strom, sondern oft die heitere Stimmung. Gerade auch auf Weihnachten hin waren viele betrübt. Keine Feiern oder beschränkte, mit einer gewissen Angst erfüllt. Jetzt stehen wir vor einem Winter, in dem das äussere Licht auszugehen droht. Es könnte dunkel und kalt werden, weil der Strom fehlt. Aber
was bleibt, ist die Hoff nung und Freude auf Weihnachten hin, dass wir sein Kommen feiern. Uns darauf besinnen, Licht zu sein und damit nicht sparsam umgehen. Stattdessen aber vielleicht einmal das künstliche Licht mit einer Kerze ersetzen oder einen zusätzlichen Pullover anziehen.

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.
Silvia Bär, Präsidentin reformierte Kirchgemeinde Seedorf

Laterne Kirche (Foto: Silvia abär)