Verantwortlich: Tanja Fahrni
Bereitgestellt: 08.07.2025
Monatsbrief Juni
Werte Leserinnen und Leser
Vielleicht lösen Sie gerne Kreuzworträtsel oder wissen gerne etwas mehr über Hintergründe von Worten. Dann ist dieser Brief genau für Sie. Denn in diesem Brief möcht ich Sie mit einigen biblischen Sprichworten und Begriffen heimsuchen, welche in unserer Sprache vorkommen, aber nicht allen klar ist, was sich dahinter verbirgt. Z.B. das Wort Tohu wa bohu oder Krethi und Plethi. Viele Begriffe, die wir tagtäglich benutzen haben ihren Ursprung in der Bibel. Das Wort Tohu wa bohu benutze ich gerne, wenn meine Kinder ein Chaos in ihrem Kinderzimmer haben oder eins im Wohnzimmer angerichtet haben. Aber auch auf meinem Schreibtisch breitet sich jeweils in dichten Zeiten ein riesiges Tohu wa bohu aus. Die drei Worte sin hebräisch und bedeuten eigentlich «wüst und leer». Sie kommen im zweiten Vers der Bibel vor:
«Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.» (1. Mose 1,2)
Der Begriff Krethi und Plethi benutzen wir im Alltag, um zu sagen, dass alle möglichen Leute aus dem Dorf da waren. In der Bibel bezeichnen Kreter und Pleter (Philister) dagegen einen Teil der Leibgarde von König David (2. Samuel 8,18). Sie waren ein Teil von König Davids Elitetruppe. Die Kreter stammten ursprünglich wohl aus Kreta. Sie sind aber ins Gebiet der Philister eingewandert. Die Philister gelten als Erzfeinde Israels. Beim Begriff Kreter und Pleter handelt es sich wohl um dieselbe Volksgruppe aus dem Volk der Philister. Dann wäre das Wort Pleter, als «Anreimung» an Kreter zu verstehen.
Manchmal ist es Zeit jemandem die Leviten zu lesen. Denn wenn jemand etwas getan hat, das man nicht einfach so hinnehmen kann, dann wird der zur Rede gestellt und zur Ordnung gerufen. Die Leviten lesen kommt aus dem 3. Und 4. Buch des Moses. Der Stamm Levi wurde zum Priesterdienst unter den Israeliten abgestellt. Anstelle von Land erhielten sie einen Anteil an den Tempelabgaben. Sie sollten darüber wachen, dass Israel alle Vorschriften aus dem Levitikus (3. Buch Mose) einhalten. Der Ausdruck jemandem die Leviten lesen entwickelte sich schliesslich im 8. Jahrhundert nach Christus. «Der Bischof Chrodegang von Metz (742–766) schrieb im Rahmen einer Überarbeitung der Benediktiner-Ordensregel unter anderem regelmässige Zusammenkünfte vor, bei denen Abschnitte aus dem Buch Levitikus und den Ordensregeln vorgelesen und mahnende Worte an die Versammlung gerichtet wurden (II.14,85 und II.23).»1
Zuletzt hoffe ich, habe ich bei Ihnen keine babylonische Sprachverwirrung ausgelöst. Die stammt aus dem 1. Buch des Moses (Genesis). Als die Bewohner von Babylon einen Turm zu bauen begannen, der bis in den Himmel reichte, verwirrte Gott ihre Sprache und die Menschen verliessen darauf die Stadt (1. Mose 11,1-9).
Im Namen des Kirchgemeinderates und der Mitarbeitenden der Kirchgemeinde Seedorf wünsche ich Ihnen alles gute und sonnige Tage.
Pfarrer Michael Siegrist
Vielleicht lösen Sie gerne Kreuzworträtsel oder wissen gerne etwas mehr über Hintergründe von Worten. Dann ist dieser Brief genau für Sie. Denn in diesem Brief möcht ich Sie mit einigen biblischen Sprichworten und Begriffen heimsuchen, welche in unserer Sprache vorkommen, aber nicht allen klar ist, was sich dahinter verbirgt. Z.B. das Wort Tohu wa bohu oder Krethi und Plethi. Viele Begriffe, die wir tagtäglich benutzen haben ihren Ursprung in der Bibel. Das Wort Tohu wa bohu benutze ich gerne, wenn meine Kinder ein Chaos in ihrem Kinderzimmer haben oder eins im Wohnzimmer angerichtet haben. Aber auch auf meinem Schreibtisch breitet sich jeweils in dichten Zeiten ein riesiges Tohu wa bohu aus. Die drei Worte sin hebräisch und bedeuten eigentlich «wüst und leer». Sie kommen im zweiten Vers der Bibel vor:
«Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.» (1. Mose 1,2)
Der Begriff Krethi und Plethi benutzen wir im Alltag, um zu sagen, dass alle möglichen Leute aus dem Dorf da waren. In der Bibel bezeichnen Kreter und Pleter (Philister) dagegen einen Teil der Leibgarde von König David (2. Samuel 8,18). Sie waren ein Teil von König Davids Elitetruppe. Die Kreter stammten ursprünglich wohl aus Kreta. Sie sind aber ins Gebiet der Philister eingewandert. Die Philister gelten als Erzfeinde Israels. Beim Begriff Kreter und Pleter handelt es sich wohl um dieselbe Volksgruppe aus dem Volk der Philister. Dann wäre das Wort Pleter, als «Anreimung» an Kreter zu verstehen.
Manchmal ist es Zeit jemandem die Leviten zu lesen. Denn wenn jemand etwas getan hat, das man nicht einfach so hinnehmen kann, dann wird der zur Rede gestellt und zur Ordnung gerufen. Die Leviten lesen kommt aus dem 3. Und 4. Buch des Moses. Der Stamm Levi wurde zum Priesterdienst unter den Israeliten abgestellt. Anstelle von Land erhielten sie einen Anteil an den Tempelabgaben. Sie sollten darüber wachen, dass Israel alle Vorschriften aus dem Levitikus (3. Buch Mose) einhalten. Der Ausdruck jemandem die Leviten lesen entwickelte sich schliesslich im 8. Jahrhundert nach Christus. «Der Bischof Chrodegang von Metz (742–766) schrieb im Rahmen einer Überarbeitung der Benediktiner-Ordensregel unter anderem regelmässige Zusammenkünfte vor, bei denen Abschnitte aus dem Buch Levitikus und den Ordensregeln vorgelesen und mahnende Worte an die Versammlung gerichtet wurden (II.14,85 und II.23).»1
Zuletzt hoffe ich, habe ich bei Ihnen keine babylonische Sprachverwirrung ausgelöst. Die stammt aus dem 1. Buch des Moses (Genesis). Als die Bewohner von Babylon einen Turm zu bauen begannen, der bis in den Himmel reichte, verwirrte Gott ihre Sprache und die Menschen verliessen darauf die Stadt (1. Mose 11,1-9).
Im Namen des Kirchgemeinderates und der Mitarbeitenden der Kirchgemeinde Seedorf wünsche ich Ihnen alles gute und sonnige Tage.
Pfarrer Michael Siegrist