Monatsbrief August


Herz (Foto: pixabay)


Liebe Leserin, lieber Leser

Anstelle einer Geschichte sende ich Ihnen ein Gedicht. Es ist ein Gedicht von Elli Michler.
Elli Michler (1923-2014) war eine deutsche Lyrikerin, die in ihren Werken den wichtigen Dingen im Leben auf der Spur war und dieses im Alltag stärken wollte. In Ihrem Gedicht, «Ich wünsche dir Zeit.»1 geht es genau um das.
Aber lesen Sie selbst.

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen, sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben. Ich wünsche, sie möge dir übrig bleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun, anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.
Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen, und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.

Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.
Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

Und ich wünsche Ihnen in diesen Sommertagen Gottes Reichen Segen.
Im Namen des Kirchgemeinderates und der Mitarbeitenden der Kirchgemeinde Seedorf
Pfarrer Michael Siegrist


1 "Ich wünsche dir Zeit" von Elli Michler. © Don Bosco Medien GmBH, München.