Die Allianzgruppe

Seit über 10 Jahren sucht und pflegt die Allianzgruppe Seedorf die Gemeinschaft von Gläubigen über die Grenzen von Kirchen und Gemeinschaften hinweg. Sie trifft sich mindestens zweimal im Jahr, organisiert den jährlichen Allianzgottesdienst und andere öffentliche Veranstaltungen, die dem gegenseitigen Kennenlernen und dem gemeinsamen Beten dienen.
Derzeit machen 12 Personen mit, die in der reformierten Kirche, den Hausgemeinden am Frienisberg, bei Jugend mit einer Mission, in der evangelischen Täufergemeinde Diessbach oder in der Jungschar Benaja verwurzelt sind.
Allianzgruppe 1 (Foto: Barbara Baumgartner und Verena Schlatter)


Hier ein Einblick, was diese Gruppe ihren Mitgliedern bedeutet:

Was schätzst du an dem, was wir mit der Allianzgruppe gemeinsam erleben oder tun?

Barbara und Gérard Baumgartner: Wir sind sehr froh, dass es Leute gibt, welchen eine christliche Einheit am Wohnort ein Anliegen ist. Diese Einheit besteht, obwohl jede Person einen anderen Hintergrund aufweist und unterschiedliche Auffassungen vorhanden sind. Das eigentliche Ziel jedoch ist gemeinsam: Wir wollen Nachfolger Jesu sein. Dieses Ziel ermöglicht es uns, einander zuzuhören und im gegenseitigen Respekt miteinander umzugehen. Im Glauben wachsen können wir unter anderem auch im Austausch mit anderen Christen.

Chiara S: Ich schätze es, dass wir zusammenkommen und uns auf den gemeinsamen Nenner, nämlich Jesus Christus konzentrieren. Alle in der Allianzgruppe sind bereit, über ihren eigenen konfessionellen «Tellerrand» hinauszuschauen und so Raum für frische und erfrischende Gottesdienste zu schaffen. So entdecken und leben wir Vielfalt und geben Zeugnis von einem Gott, der oft in vielem flexibler ist als wir.

Verena Schlatter: Ich schätze die Allianzgruppe als eine Gemeinschaft von Menschen, die den christlichen Glauben in unseren Dörfern sichtbar machen möchten. Bei unseren gemeinsamen Anlässen machen wir das auf unaufdringliche und lebensnahe Art.

Robert Gutjahr: Es ist schön, dass wir hier in Seedorf den Allianzgedanken von der Kirchenleitung aufgenommen haben. Seit mehreren Jahren können wir nun solche Gottesdienste durchführen. Die Gottesdienste werden von den Teilnehmenden selbst gestaltet. Dadurch wirken sie persönlich. Man erlebt den Glauben intensiv, weil er von verschiedenen Menschen vorgetragen wird. Menschen, die an eine höhere Macht, an Gott glauben, aber den Glauben nicht alle gleich ausüben. Das Ziel ist dasselbe, nur der Weg kann variieren.

Was schätzst du an der Kirche oder christlichen Gemeinschaft besonders, in der du dich engagierst?

Chiara S.: Ich liebe, dass Jugend mit einer Mission ein Ort ist, wo junge Menschen ausgerüstet werden, um ihre Leben ganzheitlich mit Jesus zu leben und so zum Segen für ihre Freundeskreise, Arbeitsumfelder und Heimatgemeinden im In- und Ausland werden. Ausserdem liebe ich die Interkulturalität in unserer Gemeinschaft und das Bewusstsein für die weltweite Kirche, von der wir alle Teil sind. Durch unsere Verbundenheit in Freundschaften und im Gebet kennen wir Freuden und Nöte von Christen in anderen Ländern (wo Gläubige wegen ihres Glaubens verfolgt werden) und wir können sie ermutigen und uns für sie einsetzen.

Michael Siegrist: «An der reformierten Landeskirche schätze ich unsere schlichten Rituale, den Wert, der dem Glauben an Jesus Christus und dem eigenen Gewissen beigemessen wird. Ich liebe die Freiheit, mich kritisch mit Themen des Glaubens auseinandersetzen zu dürfen. Ich schätze zutiefst, dass die reformierte Kirche bei uns auf demokratischen Prinzipien beruht. An der Gemeinde in Seedorf schätze ich ganz besonders den freundschaftlichen und respektvollen Umgang, den wir pflegen, sowie das grosse Engagement, welches viele Freiwillige für ihre Mitmenschen und die Kirche einbringen.»

Barbara + Gérard Baumgartner: Die Hausgemeinde ist ein Ort, in welchem man aktiv die christliche Gemeinschaft lebt. Alle engagieren sich auf die eine oder andere Art. So wie Paulus verschiedene Aktivitäten in der Gemeinde als Gnadengaben aufzählt, beteiligen sich alle gemäss ihren Gaben an der Gestaltung des Zusammenlebens und des Gottesdienstes. Es herrscht keine Hierarchie. Wichtig für uns sind der Lobpreis und die Bibelauslegung, aber auch das jeweilige gemeinsame Essen trägt zum Zusammenhalt bei.

Was wünschst du dir für das zukünftige Miteinander unserer Gemeinschaften?

H. H.: Ich wünsche mir, dass der Allianzgedanke mehr verbreitet wird in Kirchen und anderen Glaubensgemeinschaften, dass wir einander auf Augenhöhe begegnen und respektieren. Auch dass wir noch mehr gemeinsame Aktivitäten organisieren, um Menschen in der Gemeinde, die auch Jesus nachfolgen wollen, zu motivieren, bei uns mitzumachen.

Robert Gutjahr: In der Zukunft wünsche ich mir mehr Frieden unter den Menschen. Es wäre schön, wenn der einzelne Mensch im Glauben an Gott stärker wird und sich zugleich toleranter gegenüber den Mitmenschen gibt. Dieser Weg ist leider noch lang für die Menschheit. Meine Hoffnung ist, dass mit dem Allianzgedanken wenigstens ein paar Menschen in Seedorf versuchen, den Weg der Toleranz zu gehen.

Renate Sommer: Ich könnte mir gut vorstellen, mehr in der Fürbitte für unsere Region einzustehen.

Verena Schlatter: Mein Wunsch ist, dass wir das Bewusstsein pflegen, als Christinnen und Christen gemeinsam unterwegs zu sein, auch wenn wir den Glauben auf verschiedene Arten leben. Das kann beim Austausch und Beten im kleineren Kreis geschehen oder auch bei grösseren Anlässen.

Antworten zusammengestellt von Pfarrerin Verena Schlatter

Allianzgruppe
01.09.2026
4 Bilder
Fotograf/-in
Barbara Baumgartner und Verena Schlatter